In das deutsche Hochschulsystem ist Bewegung gekommen. Bis vor wenigen Jahren war es geprägt durch Universitäten und Fachhochschulen, die überwiegend durch die Bundesländer getragen wurden. Inzwischen hat die Gesetzgebung des Bundes und der Länder Raum geschaffen für zahlreiche private Gründungsinitiativen, die nun ein wichtiges Element der Reform des tertiären Bildungssektors sind.
Was die Struktur des Studiums und der Studienabschlüsse betrifft, so haben die neuen privaten Hochschulen in der Regel von Anfang an den Weg beschritten, den die europäischen Bildungsminister 1999 in Bologna geöffnet haben: Der Bologna-Prozess sieht europaweit die Abschlüsse als Bachelor (B. A.) und Master (M. A.) vor. Einen wichtigen Orientierungspunkt für die Qualitätssicherung solcher Bildungsangebote im Hochschulbereich bildet die Möglichkeit, diese Studiengänge von eigens dafür gegründeten Agenturen akkreditieren zu lassen. Längst nicht alle der inzwischen etwa 5700 Bachelor- und Masterabschlüsse haben dieses Gütesiegel.
Die accadis Hochschule Bad Homburg hat jedoch dieses strenge Anerkennungsverfahren durchlaufen und im April 2004 die Akkreditierung eines Bachelor-Studiengangs für International Business Administration durch die FIBAA (Foundation for International Business Administration Accreditation), Bonn, erhalten. Im August 2005 folgten die Akkreditierungen für MA- und MBA-Studiengänge. Damit haben wir „Bologna“ in Bad Homburg verwirklicht: Eine europäische Struktur für das Studium und die Abschlüsse, mit allen Vorteilen für internationale Mobilität und Anerkennung.
Für die staatliche Genehmigung privater Hochschulen - und auch dieses gibt eine Garantie für Konzept und Qualität des Bildungsangebots - sind die Bundesländer zuständig. Die Hochschule Bad Homburg hat die staatliche Genehmigung durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst im Oktober 2004 bekommen.
Mit den Akkreditierungen und mit der staatlichen Genehmigung sind wir nun gestartet und haben bereits eine stattliche Gruppe von BA- und MBA-Studierenden unter unserem Dach. Die neue Hochschule kann jedoch zurückgreifen auf die 14jährige Erfahrung der School of International Business und auf erprobte Partnerschaften mit Universitäten in Europa, in den USA und Südafrika. Schließlich gibt es langjährige Kooperationen mit wichtigen Partnern aus der Wirtschaft. Darauf können wir aufbauen.
Prof. Dr. Werner Meißner
Werner Meißner, Professor für Volkswirtschaftslehre, war von 1994 bis 2000 Präsident der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main